Das Große Los für meine Kinder:

Eine Oma in der Nähe, zwei Omas in der Ferne

Leihgroßeltern-Stuttgart-Karoline-Hold
Karoline Hold
Lautes Gelächter erklingt.

Wir sitzen gemeinsam im Esszimer.

Karoline erzählt, warum sie sich vor 3 Jahren auf die Suche nach Leihgroßeltern in Stuttgart gemacht hat.

Mir ist wichtig, dass die Kinder neben uns Eltern eine ältere Bezugsperson haben.

Britta, die Leihoma von Theo (3) und Jakob (5), funkt mit ihrer witzigen und charmanten Art dazwischen: „Du meinst, die ein bisschen hinfällig ist?“ Wir einigen uns — nachdem das Gelächter verstummt ist —  auf reif und erfahren.

Britta ist seit fast zwei Jahren die Leihoma der beiden Buben. Anfangs sah sie meist nur den kleineren Theo, der erst 8 Monate alt war. Der große Bruder Jakob ging bereits in den Kindergarten und war nicht zu Hause, wenn Britta kam. Heute gehen beide Jungs in den Kindergarten und Britta kommt einmal die Woche am späten Nachmittag zu ihnen.

Was sie dann gemeinsam unternehmen?
Das ist total verschieden: Manchmal basteln sie. Manchmal spielen sie Spiele, z.B. Memory oder puzzeln zusammen. Gerne liest Britta ihnen ihre Lieblingsbücher vor oder sie gehen sie gemeinsam mit Karoline auf den Spielplatz. Und ab und an — und das ist sicherlich ein Highlight für die Jungs –kauft Britta der ganzen Familie ein Eis beim Eiswagen.

Ich schaue immer, worauf die Kinder gerade Lust haben“, sagt Britta. „Ich versuche ihnen dabei möglichst viel zu bieten. Aber immer ist das natürlich nicht möglich.

Karoline Hold ist mit ihrer Familie erst 2015 nach Stuttgart gezogen. Vorher wohnten sie mehrere Jahre in den USA. Da beide Großeltern-Paare nicht in der Nähe wohnen, begab sich Karoline auf die Suche nach Leihgroßeltern in Stuttgart. Sie wünschte sich für ihre Kinder eine Oma in der Nähe, zu der die Kinder ein anderes Verhältnis haben, als zu ihnen. Bei der Suche stieß sie auf verschiedene Möglichkeiten. Von kostenpflichtigen Angeboten bis hin zu kostenlosen Angeboten. Letztendlich haben sie Britta über die Initiative Z in Stuttgart gefunden.

Das Prozedere vom Antrag bis zur Vermittlung dauerte ein dreiviertel Jahr. Besonders wichtig ist der Initiative Z: Es muss zusammen passen. Die Interessen, die Ansichten, die jeweiligen Wohnorte. Damit alle auf derselben Wellenlänge surfen. Mit Britta stimmt es und das nun seit fast 2 Jahren.

 

Doch wo findet man Leihgroßeltern in Stuttgart, die den eigenen Familienalltag bereichern?

✔ Initiative Z:

Hinter dem Z verbirgt sich — Zeit und Herz. Genau das sollen die Familienpaten mitbringen. Träger der Initiative Z ist das Elternseminar des Jugendamtes der Landeshauptstadt Stuttgart.
Die Initiative ist ein freiwilliges und kostenfreies Angebot und eine Begleitung auf Zeit.Wichtig ist, dass die Familienpatenschaft kein Ersatz für Babysitting ist.

Nähere Informationen gibt es hier:
https://www.stuttgart.de/familienpatenschaft

Ansprechpartnerin: Frau Christine Heppner
Telefon: 0711 216 80335
E-Mail: Christine.Heppner@stuttgart.de

 

✔ Leihgrosseltern-Service:

Der Leihgrosseltern-Service ist eine Initiative des Treffpunkts 50plus in Stuttgart. Lebenserfahrene Senioren bieten die langfristige Betreuung von Kindern, denen eine Oma oder ein Opa fehlt.
Es gibt etwa 75 Leihgroßeltern — vorwiegend weiblich — für das gesamte Einzugsgebiet Stuttgart. Mit dem Leihgrosseltern-Service sollen Begegnungen zwischen Jung und Alt ermöglicht werden.
Der Service ist kostenpflichtig. Pro Betreuungsstunde fallen 6,30 € an, evtl. zzgl. Fahrgeld.

Weitere Informationen gibt es hier:
https://leihgrosseltern-service.de/

Büro:
Dienstags von 10-12 Uhr
am Rotebühlplatz 28
Raum D 0.05
70173 Stuttgart
E-Mail: Kinderbetreuung@Ev-Akademie-Boll.de

 

Initiative Lebensraum Möhringen-Fasanenhof-Sonnenberg e.V. (ILM)

In den — im Namen genannten — Stadtteilen bereichern die ehrenamtlich tätigen Leihgroßeltern der ILM das Leben einer Familie. Den Leihomas und Leihopas werden anfallende Kosten erstattet und sie sind versichert. Die Familien werden um Spenden gebeten.

Weitere Informationen:
http://ilm-ev.de/

Telefon: 0711 719 4261
E-Mail: info@ilm-ev.de

 

Warum profitieren alle Generationen von dieser Chance?

Wir leben in einer Zeit, in der es nicht mehr selbstverständlich ist, dass alle Generationen beieinander wohnen. Das Generationenhaus — wie es früher einmal war — ist längst eine Seltenheit geworden. Wir wohnen dort, wo wir Arbeit haben. Viele Kinder haben daher nicht das Glück, die Großeltern in der Nähe zu haben. Teilweise sind die Großeltern auch bereits verstorben. Egal, in welcher Situation. Der Wunsch nach Oma und Opa bleibt!

Auf der anderen Seite sind die Großeltern vielleicht schon aus dem Berufsleben ausgeschieden. Sie haben plötzlich viel mehr Zeit und wünschen sich neue Aufgaben. Viele sehnen sich nach Kontakt zur jüngeren Generation, doch die eigene Familie lebt weit weg.

Die Möglichkeit der Leihgroßeltern öffnet die Tür zwischen den Generationen. Ein Austausch findet statt, neue Impulse werden gegeben und diese erweitern die Horizonte aller. Wir lernen voneinander und miteinander. Unsere Verbindung mit anderen, außerhalb unserer Familienstrukturen, wird gestärkt. Wir als Gesellschaft rücken näher zusammen. Und haben auch noch Spaß dabei!

Leihgroßeltern-Stuttgart-Gemeinsam

Warum Geld nicht reich macht!

Eine Frage, die mich beschäftigt: Sagen die Kinder eigentlich Oma zu Britta?
Ich glaube, da wären meine eigenen Enkelkinder beleidigt“, sagt Britta. Und erzählt, wie ihre eigenen Enkelkinder — die in der Nähe von Frankfurt wohnen –, ihre Oma gerne ganz für sich einnehmen. Auch Karoline war das nie wichtig, denn es gibt ja die echten Omas und Opas. Nur leider nicht in der Nähe.

Auch das Thema Geld kam auf den Tisch. Bei der Initiative Z bekommen Paten eine kleine Entschädigung von 36,- Euro im Monat.
Warum hast du dich eigentlich nicht dafür entschieden, Baby zu sitten? Da hättest du doch auch noch etwas Geld verdienen können,“ fragt Karoline.
Es ging mir nie um das Geld. Ich brauche das Geld nicht. Ich wollte meine Zeit sinnvoll einsetzen!“, antwortet Britta.

Reich ist, wer viel hat, reicher ist, wer wenig braucht. Am reichsten ist, wer viel gibt.

Gerhard Teerstegen

 

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